Wissenschafts-MK fordert eine substanzielle Schnellbauinitiative, mehr Investitionen und weniger Bürokratie
15.10.2025
Bettina Martin, Präsidentin der Wissenschaftsministerkonferenz und Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen, um den massiven Sanierungsstau im Wissenschaftssystem zu überwinden und hervorragende Bedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen. Dafür braucht es eine Schnellbauinitiative, die diesen Namen auch verdient. Wir begrüßen die Planungen der Bundesregierung, im Rahmen des Investitionsboosters auch Investitionen im Hochschulbereich vorzusehen. Doch das kann nur ein erster Schritt sein. Die Auflage eines substanziellen ‚Sanierungsprogramms Wissenschaft‘ ist unbedingt notwendig.“
Falko Mohrs, Koordinator der A Länder und Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur: „Die Aufgabe ist enorm – nur mit vereinten Kräften können wir die Herausforderungen meistern. Viele Gebäude sind 60 oder 70 Jahre alt und marode. Was der Bund bisher in Aussicht gestellt hat, ist ein wichtiger erster Schritt, doch es bedarf noch vieler weiterer Anstrengungen, um das Ziel wirklich zu erreichen.“
Markus Blume, Koordinator der B Länder und Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst: „Wir brauchen eine Bauwende im Wissenschaftsland Deutschland! Weniger Bürokratie, mehr Geschwindigkeit. Weniger Paragrafen, mehr Pragmatismus – das ist der Turbo für unsere internationale Spitzenposition. Mit der Schnellbauinitiative wollen wir das Startsignal für eine neue Ära im Hochschulbau setzen: schlankere Verfahren, schnellere Entscheidungen – und das Geld direkt an die Länder. Nur so lösen wir den milliardenschweren Sanierungsstau an Hochschulen und Kliniken und bringen die Modernisierung wirklich voran. Deutschland darf nicht im Sanierungsstau stecken bleiben – wir müssen vorangehen, klar und deutlich.“
Die Wissenschaftsministerkonferenz begrüßt die im Koalitionsvertrag angekündigte Schnellbauinitiative sowie die Protokollerklärung der Bundesregierung zum Investitionssofortprogramm. Für die Jahre 2026 bis 2029 stehen den Ländern zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIKG) zur Verfügung – insgesamt 4 Milliarden Euro für Bildungs-, Wissenschafts- und Kita-Infrastruktur. Die Länder fordern eine pauschale, unbürokratische Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel.
Allein im Hochschulbereich wird der bundesweite Sanierungsbedarf auf rund 140 Milliarden Euro geschätzt. Veraltete Gebäude und unzureichende energetische Standards gefährden Forschung, Lehre und Technologietransfer.
Neben der Finanzierung ist die Beschleunigung von Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren zentral. Die Wissenschafts-MK setzt sich für eine Überarbeitung des Planungs-, Bau-, Umwelt- und Vergaberechts sowie für eine Entbürokratisierung der länderseitigen Verfahren ein. Best-Practice-Erfahrungen sollen systematisch ausgetauscht werden.
Zum Download: Investitionsstau auflösen - Beschluss zum Thema Schnellbauinitiative (Beschluss der Wissenschafts-MK vom 15.10.2025 für die KMK)
Hintergrund
Das Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIKG) wurde von der Bundesregierung aufgelegt, um zusätzliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur und die Erreichung der Klimaneutralität zu ermöglichen. Es stellt bis zu 500 Milliarden Euro Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität über zwölf Jahre bereit, davon 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen und 100 Milliarden Euro für den Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Für die Jahre 2026 bis 2029 sind bereits zusätzliche Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr für Bildungs-, Wissenschafts- und Kita-Infrastruktur zugesagt. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert mindestens 90 Milliarden Euro für Hochschulbau und energetische Sanierung; Studierendenwerke beziffern den Vierjahresbedarf für energetische Sanierungen in Mensen und Cafeterien auf rund 4 Milliarden Euro.
Rückfragen
Michael Reichmann
Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
Pressesprecher
Taubenstraße 10
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