Kultusminister Konferenz

 

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WMK - KMK- BDI - BDA - DIHK - ZDH

Wirtschaftsministerkonferenz (WMK), Kultusministerkonferenz (KMK), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Erstmals Spitzengespräch von WMK, KMK, BDA, BDI, DIHK und ZDH: Gemeinsames Eintreten für Qualitätssteigerung des deutschen Bildungssystems

Bildung ist die wichtigste Zukunftsressource unseres Landes. Um ein international konkurrenzfähiges Bildungssystem zu sichern, darf an der Bildung insgesamt nicht gespart werden. Dies erklärten Wirtschaftsministerkonferenz, Kultusministerkonferenz und die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft anlässlich eines Spitzengesprächs am 28.11.2002 in Berlin.

Angesichts der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens ist der Erwerb von Methodenkompetenzen und effektiven Lernstrategien von herausragender Bedeutung. Damit muss bereits in den Grundschulen begonnen werden. Grundlegend sind ebenso Kompetenzen in zentralen Fächern und Lernbereichen, die sich bereits in naher Zukunft an länderübergreifenden einheitlichen Bildungsstandards orientieren. Die Schulen müssen künftig über das Erreichen dieser Standards regelmäßig Rechenschaft ablegen. Lehrkräfte spielen bei der Qualitätsverbesserung an den Schulen die entscheidende Rolle. Sie müssen sich für ihre verantwortungsvolle Aufgabe weiterbilden. Die vorhandenen Ansätze von Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit der Schulen sollen weiterentwickelt werden. Durch eine frühere Einschulung und die flexiblere Gestaltung der Schulzeit soll das vergleichsweise hohe Alter der Schulabgänger in Deutschland gesenkt werden. Zugleich muss ihre Ausbildungsfähigkeit verbessert werden. Hierbei versteht sich die Wirtschaft als Partner der Schulen.

Die berufliche Qualifizierung ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der Zielset-zung der Europäischen Union, die Gemeinschaft zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Die Beteiligten sehen in der Straffung der Aus- und Weiterbildung, der Anrechnung von Bildungsleistungen, dem Ausbau der Doppelqualifizierung sowie der Optimierung der Qualität von Ausbildung in Betrieb und Schule wirkungsvolle Instrumente für eine weitere Effizienzsteigerung der beruflichen Qualifizierung. Ein wichtiger Standortfaktor ist ein ausreichendes Angebot an qualifiziertem Fachkräftenachwuchs. Wirtschafts- und Kultusseite appellieren deshalb an die Betriebe und Verwaltungen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um auch in den kommenden Jahren ein ausreichendes Angebot für alle ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen bereit zu stellen.

Mehr Eigenverantwortung, Wettbewerb und Profilbildung sind die zentralen Zielsetzungen für die künftige Entwicklung im Hochschulbereich. Ein leistungsfähiges Hochschulsystem soll im internationalen Wettbewerb in der Lage sein, die besten Köpfe in Forschung und Lehre für die deutschen Hochschulen zu gewinnen und zu binden. Ein wichtiger Eckpfeiler für die Profilbildung und die Qualitätssicherung besteht darin, den Hochschulen mehr eigene Verantwortung bei der Auswahl der Studienbewerber zu übertragen.

Wirtschafts-, Kultusminister und Spitzenverbände plädieren - auch im Zusammenhang mit dem internationalen Hochschulmarketing - dafür, die Möglichkeiten zur Nutzung der Lenkungsfunktion z. B. von Bildungsgutscheinen, Studienkonten oder anderer Formen der Finanzierung des Studiums offen zu halten. Wirtschaftsminister, Kultusminister und Spitzenverbände weisen darauf hin, dass vordringlich über Maßnahmen (z.B. Darlehen, Stipendien und steuerliche Rahmen-bedingungen) bzw. eine entsprechende Ausgestaltung der Zahlungsmodelle die Abfederung der sozial schwachen Studierwilligen gewährleistet sein muss.

Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Hochschulsystems wird durch die neuen Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen maßgeblich befördert. Hier muss erreicht werden, dass gleichwertige Abschlüsse unabhängig davon, ob sie an einer Universität oder an einer Fachhochschule erworben wurden, bei der Einstufung und Vergütung im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft gleich behandelt werden.

Zum Abschluss verständigten sich die Teilnehmer darauf, ihr Handeln an dieser Erklärung auszurichten und es nicht bei diesem einmaligen Gedankenaustausch zu belassen. Sie verabredeten sich auf ein nächstes Gespräch im Herbst 2003 mit den Themenschwerpunkten Forschung, Lehrerbildung und Vorschulerziehung.

Die Gemeinsame Erklärung finden Sie hier sowie unter www.dihk.de.