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Immaterielles Kulturerbe: Gelebte Kultur, Tradition, Wissen, Technik und Kunst

Chormusik in deutschen Amateurchören zählt zum Immateriellen Kulturerbe

Das lebendige (immaterielle) kulturelle Erbe findet seinen Ausdruck in überlieferten Traditionen, in darstellenden Künsten, in Ritualen und Festen, in Wissen und Bräuchen oder in Handwerkstechniken. Die Formen immateriellen Kulturerbes sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist. Sie vermitteln Identität und Kontinuität. Von Generation zu Generation werden sie weitergegeben und fortwährend neu gestaltet.

UNESCO-Übereinkommen

Das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes wurde im Jahre 2003 im Rahmen der 32. Generalversammlung der UNESCO beschlossen. Rund 150 Staaten sind zwischenzeitlich der völkerrechtlich verbindlichen UNESCO-Konvention, die 2006 in Kraft trat, beigetreten.  Bereits einige Hundert kulturelle Ausdrucksformen aus allen Weltregionen sind bei der UNESCO in zwei Listen und einem Register verzeichnet. In der Bundesrepublik Deutschland ist das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes am 10.07.2013 in Kraft getreten. Schrittweise wird hierzu ein Verzeichnis des hierzulande gepflegten immateriellen Kulturerbes erstellt.

Auswahlverfahren zum bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturgutes

Das erste Auswahlverfahren zum Immateriellen Kulturerbe 2013 - 2014 hat im Dezember 2014 seinen Abschluss gefunden. Die Kultusministerkonferenz hat im Benehmen mit der Staatsministerin für Kultur und Medien die Empfehlungen eines unabhängigen Expertenkomitees bestätigt. Damit nahm Deutschland zunächst 27 Traditionen und Wissensformen in sein neues bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes auf und setzt damit das entsprechende UNESCO-Übereinkommen um.

Im Dezember 2015 wurden weitere sieben Kulturformen in das bundesweite Verzeichnis und erstmalig  zwei Einschreibungen in das Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen.

Das zweite länderübergreifende Auswahlverfahren wurde im Dezember 2016 mit der Aufnahme von weiteren 34 Neueinträgen ins bundesweite Verzeichnis und zwei Neuaufnahmen in das Register Guter Praxisbeispiele abgeschlossen. Kultusministerkonferenz und BKM haben damit die Empfehlungen des unabhängigen Expertenkomitees bestätigt.

Am 1. April 2017 hat die dritte Bewerbungsrunde begonnen. Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen können sich bis zum 30. Oktober mit ihrer Kulturtradition oder Wissensform für die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes bewerben.

Traditionen und Wissensformen im bundesweiten Verzeichnis

Traditionen und Wissensformen im bundesweiten Verzeichnis

  • Chormusik in deutschen Amateurchören
  • Sächsische Knabenchöre
  • Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung
  • Moderner Tanz – Stilformen und Vermittlungsformen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung
  • Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft
  • Niederdeutsches Theater
  • Passionsspiele Oberammergau
  • Peter-und-Paul-Fest Bretten
  • Malchower Volksfest
  • Schwäbisch-Alemannische Fastnacht
  • Rheinischer Karneval mit all seinen lokalen Varianten
  • Falknerei
  • Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf
  • Biikebrennen
  • Lindenkirchweih Limmersdorf
  • Auseinandersetzung mit dem Rattenfänger von Hameln
  • Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
  • Genossenschaftsidee
  • Deutsche Brotkultur
  • Finkenmanöver im Harz
  • Flößerei
  • Morsetelegrafie
  • Orgelbau und Orgelmusik
  • Köhlerhandwerk und Teerschwelerei
  • Vogtländischer Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung
  • Reetdachdecker-Handwerk                                                               
  • Handwerksgesellenwanderschaft Walz
  • Choralsingen
  • Ehrsames Narrengericht zu Grosselfingen
  • Kneippen – traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps 
  • Manuelle Glasfertigung  
  • Schützenwesen in Deutschland 
  • Sternsingen  
  • Volkstanzbewegung in ihren regionalen Ausprägungen in Deutschland
  • Märchenerzählen
  • Poetry-Slam im deutschsprachigen Raum
  • Instrumentales Laien- und Amateurmusizieren
  • Posaunenchöre
  • Zwiefacher
  • Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland
  • Georgiritt und historischer Schwerttanz Traunstein
  • Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Rothenburg ob der Tauber
  • Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste
  • Tölzer Leonhardifahrt
  • Wunsiedler Brunnenfest
  • Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl
  • Barther Kinderfest
  • Tonnenabschlagen
  • Ostfriesische Teekultur
  • Forster Hanselfingerhut Spiel
  • Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen
  • Schachtradition in Ströbeck
  • Eisenacher Sommergewinn
  • Heiligenstädter Palmsonntagsprozession
  • Skat spielen
  • Feldgeschworenenwesen in Bayern
  • Osingverlosung
  • Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg
  • Hebammenwesen
  • Die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein
  • Flechthandwerk
  • Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei
  • Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald
  • Porzellanmalerei
  • Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel
  • Hessischer Kratzputz
  • Blaudruck
  • Töpfertradition Westerwälder Steinzeug in und um Höhr-Grenzhausen (Kannenbäckerland) sowie Breitscheid

Aus diesen Kulturformen wurden bereits "Orgelbau und Orgelmusik" für die internationale „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ nominiert. Hinzu kommt als aktuelle Entscheidung (Stand Dezember 2016), den "Blaudruck" in Partnerschaft mit Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei zu nominieren.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe hat am 1.12.2016 die  Genossenschaftsidee als ersten deutschen Beitrag in die Repräsentative Liste aufgenommen.

Außerdem wurde die Falknerei in Deutschland im Rahmen einer Erweiterung des Eintrags der Tradition der Falknerei auf die Liste gesetzt.

Die vier Einschreibungen in das Register Guter Praxisbeispiele:

  • Bewahrung und Förderung von Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten in Oberfranken   
  • Manufakturelle Schmuckgestaltung
  • Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang
  • Erforschung und Dokumentation von Flur- und Hausnamen in Bayern

Dokumente und nützliche Links:

Beschlüsse der Kultusministerkonferenz zum Thema

Auswahlverfahren

FAQs

Portalseite der Deutschen Unesco Kommission