Kultusminister Konferenz

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Veranstaltungen

Hier finden Sie Informationen zu Veranstaltungen, zu denen die Kultusministerkonferenz einlädt, an denen sie organisatorisch beteiligt ist oder an denen sie durch Mitglieder des Präsidiums vertreten ist.

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Up to Date durch Update ‑ Lehrkräftefortbildung als professionelle Begleitung individueller und organisationaler Prozesse

Bundesweite Fachtagung am 4. Juni 2021 zur Implementierung der Ländergemeinsamen Eckpunkte zur Fortbildung von Lehrkräften als ein Bestandteil ihrer Professionalisierung in der dritten Phase der Lehrerbildung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.03.2020)

Mehrere Jahre Studium, gefolgt vom Vorbereitungsdienst und dann … idealerweise ca. 40 Berufsjahre kontinuierlicher Weiterentwicklung, um das eigene unterrichtliche Handeln zu optimieren, auf dem aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaften zu bleiben und zugleich die Herausforderungen des schulischen Alltags unter sich beständig ändernden Rahmenbedingungen (Stichworte Inklusion, Heterogenität, Digitalisierung, Arbeit in multiprofessionellen Teams) zu meistern. Die längste Phase der beruflichen Qualifikation von Lehrkräften ist also die dritte Phase – die kontinuierliche Fortbildung über die gesamte Zeit der beruflichen Tätigkeit als Lehrkraft hinweg.

Fragen hinsichtlich der Anforderungen an die Gestaltung der dritten Phase sollen im Mittelpunkt der online durchgeführten KMK-Fachtagung am 4. Juni 2021 stehen.

Eingeladen sind bundesweit insgesamt ca. 200 Vertreterinnen und Vertreter der mit dem Thema befassten oder von ihm betroffenen Institutionen, von Ministerien über Landesinstitute und Verbände bis hin zu den Schulen. Grundlage des Diskurses ist der im März 2020 verabschiedete Beschluss der KMK, in dem Ländergemeinsame Eckpunkte zur Fortbildung von Lehrkräften als ein Bestandteil ihrer Professionalisierung in der dritten Phase der Lehrerbildung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.03.2020) vereinbart wurden. Denn das im engen Dialog zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Bildungspolitik, Wissenschaft und Fortbildungspraxis durch einen partizipativen Prozess entstandene Papier gilt es nun mit Leben zu füllen.

Der Lehrkräftefortbildung kommt ein immer größerer Stellenwert zu. Durch Fortbildung wird nicht nur der einzelnen Lehrkraft die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung gegeben. Gleichwohl erhalten die Schulen als Systeme die Möglichkeit, sich flexibler und spezifischer auf die Herausforderungen der jeweiligen Gegebenheiten einzustellen – immer dem Anliegen verpflichtet, das möglichst beste Bildungsergebnis für jede Schülerin und jeden Schüler zu erzielen. Die besondere Bedeutung und Dringlichkeit dieser Anpassungsleistungen sowie Innovationspotenziale konnten nicht zuletzt durch die vergangenen Monate des pandemiebedingten Ausnahmezustandes deutlicher zu Tage treten.

Darüber hinaus trägt die individuelle Weiterentwicklung von Lehrkräften unmittelbar zur Berufszufriedenheit und mittelbar zur Lehrergesundheit bei. Fortbildung ist somit ein präventiver Faktor zum Erhalt der Berufsfähigkeit und soll daher als feste Komponente der Personalentwicklung auf allen Führungsebenen Berücksichtigung finden. Um dem gerecht zu werden, braucht es qualitativ hochwertige Fortbildungen. Doch wer Professionalität fordert, muss Professionalität bieten.

Hier will die Fachtagung anknüpfen. Um gemeinsam zu überlegen, wie die Empfehlungen des Eckpunktepapiers in der Praxis umgesetzt werden können, sollen unter anderem folgende Fragen diskutiert werden:

  • Wo liegen Herausforderungen und Chancen bei der Implementierung des Eckpunktepapiers? Welche Spezifika des Kontextes Schule und Lehrkräftefortbildung sind zu berücksichtigen?
  • Was ist bedeutsam für das Zusammenspiel der Akteurinnen und Akteure, um Fortbildung im Sinne des Eckpunktepapiers wirksam zu machen?
  • Welche Gelingensbedingungen sind zu beachten, insbesondere vor dem Hintergrund des kontinuierlichen gesellschaftlichen Wandels allgemein sowie unter dem Brennglas der aktuellen Situation im Besonderen?
  • Wie können Aspekte wie Digitalisierung, Wissenschaftsbasierung oder lebenslanges formelles und informelles Lernen in der Fortbildungsgestaltung optimal berücksichtigt werden?
  • In welchen Spannungsfeldern bewegen sich die Akteurinnen und Akteure (Schulleitungen, Lehrkräfte, Fortbildende, Fortbildungsverantwortliche an Kultusministerien und Landesinstituten, Hochschulen)?
  • Welche Rolle spielen Institutionen, Politik, Wissenschaft bzw. sollten sie spielen?

Die Teilnehmenden erwartet eine kooperative Keynote, die das Thema in kurzen, prägnanten Statements aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diese in Dialog bringt.

Prof. Ewald Terhart von der Universität Münster diskutiert aus wissenschaftlicher Sichtweise drei Thesen zur Lage der Lehrkräftefortbildung.

Prof. Susanne Prediger, Deutsches Zentrum Lehrerbildung Mathematik der TU Dortmund, beleuchtet aus fachdidaktischer Sicht die Herausforderungen einer systematischen Qualifizierung von Fortbildnerinnen und Fortbildnern.

Dr. Birgit Pikowsky, Leiterin des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz, widmet sich unter der Überschrift „Kooperation und Qualitätssicherung in der Lehrkräftefortbildung“ den Gelingensbedingungen der Umsetzung des KMK-Eckpunktepapiers.

OStD Stephan Reuthner, Willstätter-Gymnasium in Nürnberg, bringt die Perspektive der Praxis ein, indem er den Blick auf Lehrkräfte als Lernenden lenkt.

Prof. Ada Pellert, Rektorin der Fernuniversität Hagen, rekurriert mit ihrem Beitrag auf die systemische Metaebene und wirft Fragen der Organisationsentwicklung und des Changemanagements im Bildungsbereich auf.

Die Keynote gibt den Auftakt zur weiteren Vertiefung ausgewählter Aspekte in den anschließenden acht parallelen Diskurswerkstätten. Die Themen für diese Arbeitsphasen setzen jeweils einen Rahmen, die konkrete inhaltliche Ausgestaltung bestimmen die Teilnehmenden zusammen mit den Moderatorinnen und Moderatoren. Folgende Diskurswerkstätten stehen auf dem Programm:

  1. Kompetenzprofil(e) von Fortbildnerinnen und Fortbildnern
  2. Rahmenbedingungen für unterstützende Lehrkräftefortbildung
  3. Formate und Wirksamkeit – Impulse für die Praxis der Fortbildung und Evaluation
  4. Impulse für Transparenz, Vergleichbarkeit und länderübergreifende Kooperation in der Lehrkräftefortbildung
  5. Transfer oder besser Co-Kreation, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Fortbildungen ermöglichen
  6. Fortbildung aus Sicht der Schulleitung: Personalentwicklung und Organisationsentwicklung in der Schule
  7. Fundierung sichern; Wissenschaftlichkeit, Evidenzbasierung, Perspektivenvielfalt
  8. Lehrkräfte als Lernende und Konsequenzen für die Personalentwicklung speziell im Kontext von Digitalisierung

Abschließend können die Ergebnisse aus den Diskurswerkstätten bei einem virtuellen Galerierundgang von allen Teilnehmenden eingesehen werden bevor Impulse und erste Ansätze für die weitere Arbeit in einer Fishbowl-Diskussion zu Gehör gebracht werden.

Gastgeber ist das Landesinstitut in Hamburg, das die Tagung im digitalen Format durch technische Infrastruktur und Begleitung unterstützt.

Die Teilnahme an der Tagung ist nur auf Einladung möglich.