Kultusminister Konferenz

 

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Lebenslanges Lernen als Zukunftsfaktor: 5. Weltkonferenz über Erwachsenenbildung der UNESCO, 14.-18.Juli 1997, Hamburg

Vom 14. bis 18.Juli 1997 fand in Hamburg die 5. Weltkonferenz der UNESCO über Erwachsenenbildung (CONFINTEA) statt. Zum Abschluß der Konferenz erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Prof. Wernstedt, der gemeinsam mit dem Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Minister Dr. Rüttgers, die deutsche Delegation zur UNESCO-Weltkonferenz leitete, es sei deutlich geworden, daß Lernen im Erwachsenenalter einen Schlüssel im 21. Jahrhundert bilde. Lebenslanges Lernen sei heute unverzichtbar zur Bewältigung der von uns stehenden Herausforderungen in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und für jeden einzelnen von uns, sowohl in Deutschland als auch überall in der Welt.

Der Präsident der KMK wies in seinem Abschlußstatement vor mehr als 1.500 Vertreterinnen und Vertretern aus den Mitgliedstaaten der UNESCO, von UN-Organisationen und anderen internationalen Organisationen der Erwachsenenbildung und Entwicklungszusammenarbeit darauf hin, daß Deutschland als Gastgeber der Konferenz eine besondere Verantwortung für ihr Gelingen hatte. Diese Konferenz habe sich gelohnt, und es sei festzustellen, daß bemerkenswerte Signalwirkungen für die Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung auf der ganzen Welt ausgehen würden. Die "Hamburger Erklärung über Erwachsenenbildung"und die "Agenda für die Zukunft", die seitens der Konferenz verabschiedet wurden, würden von der Kultusministerkonferenz voll mitgetragen.

Die Kultusministerkonferenz unterstütze auch die Hauptziele und das Leitmotiv der Welterwachsenenbildungskonferenz in Hamburg, da sie der Überzeugung sei, daß die Lernfähigkeit der Menschen, daß das lebenslange Lernen von zentraler Bedeutung für die Gestaltung des nächsten Jahrhunderts und Jahrtausends sein werden. Lebenslange Weiterbildung als Vermittlung von fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen, so Minister Prof. Wernstedt, sei angesichts der enormen Wandlungsgeschwindigkeit in allen Bereichen unseres Lebens dringend erforderlich und sollte verstärkt Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten in Deutschland, in Bund, Ländern, Kommunen,Wirtschaft und Gesellschaft sein.

Es gehe vorrangig um die Verbesserung des Zugangs zur Weiterbildung, um die Verstärkung der Weiterbildungsbereitschaft, um noch mehr Innovation und Qualität in der Weiterbildung sowie um den wachsenden Stellenwert der Erwachsenenbildung innerhalb des Bildungssystems selbst. Lebenslanges Lernen gehöre untrennbar zur erfolgreichen Entwicklung unserer Informations- und Wissensgesellschaft.

Die Ergebnisse der UNESCO-Konferenz lassen sich für den Präsidenten der Kultusministerkonferenz in einem Leitsatz zusammenfassen: Weiterbildung in einer lernenden Gesellschaft ist unverzichtbare Voraussetzung für die Förderung von Innovation und Chancengerechtigkeit, für die Entwicklung einer zivilen Gesellschaft und für die Stärkung von Toleranz und Frieden, Freiheit und Demokratie überall in der Welt.

Die in diesem Leitsatz enthaltenen Überzeugungen sind auch Bestandteil der Weiterbildungspolitik der Kultusministerkonferenz. Die KMK hat bereits 1994 ihre 3. Empfehlung zur Weiterbildung verabschiedet, nachdem in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Teilnehmerzahlen und die Aufwendungen für die Weiterbildung in Deutschland erheblich gestiegen sind. Gerade aus den politischen Veränderungen der letzten Jahre erwachse für die Weiterbildung auch die Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, weltweite Zusammenhänge erkennen und in ihrer Bedeutung für die Situation im eigenen Land beurteilen zu können. Das rasche Wachstum der Weiterbildung, das sich in der Ausweitung des Angebots öffentlicher, öffentlich geförderter und privater Weiterbildungseinrichtungen zeige, mache es immer wieder notwendig, daß sich alle an der Weiterbildung Beteiligten über die Grundstruktur und Ziele dieser "vierten Säule des Bildungswesens"auch im internationalen Maßstab verständigen.

Dies gelte, so der Präsident der Kultusministerkonferenz, über den engeren Weiterbildungsbereich hinaus auch für neue Anstrengungen bei der Struktur- und Aufgabenerweiterung in Schule, Hochschule und Berufsausbildung. Das Verhältnis vonErstausbildung und Weiterbildung müsse eine neue Gewichtung bekommen. Weiterbildung könne und müsse der Motor unserer Zukunftsgestaltung sein. In diesem Zusammenhang begrüßt die Kultusministerkonferenz ausdrücklich auch die Konferenzempfehlung, eine öffentlichkeitswirksame Woche der Erwachsenenbildung einzurichten; seitens der Kultusministerien der Länder werde bereits vorbereitet, in Deutschland eine jährliche "Woche der Weiterbildung" mit den unterschiedlichsten Aktivitäten durchzuführen. Darüber hinaus begrüßt der Präsident auch die Empfehlung, sich pro Tag mindestens eine Stunde der persönlichen Weiterbildung zu widmen.

Es wird darauf ankommen, daß die Hamburger Erklärung und das Aktionsprogramm nicht nur beschlossene wichtige Dokumente auf Papier bleiben, sondern in konkrete praktische Handlungen umgesetzt werden.