Kultusminister Konferenz

 

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Deutschlands Beitrag zum Welterbe

Kölner Dom

„Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“

(Henri-Baptiste Gregoir)

Schutz von Welterbestätten ist Aufgabe der gesamten Menschheit

1976 ist die Bundesrepublik Deutschland dem „UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ beigetreten. Das Konzept gründet auf dem Prinzip, dass der Schutz von Kultur- und Naturdenkmälern mit „außergewöhnlichem universellen Wert“ nicht in der Hand einzelner Staaten liegen soll, sondern Aufgabe der gesamten Menschheit ist. In Deutschland koordiniert die Kultusministerkonferenz die Vorschläge der Länder für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt.

Inzwischen 42 Welterbestätten in Deutschland

Das UNESCO-Welterbekomitee prüft, welche Stätten in die „Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt“ aufgenommen werden können. Seit Juli  2017 sind nunmehr 1.073 Denkmäler in der UNESCO-Liste des Welt- und Kulturerbes verzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland ist mit insgesamt 42 Welterbestätten auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Welterbes vertreten. Zuletzt aufgenommen wurden 2016 "Zwei Häuser der Weissenhofsiedlung in Stuttgart" im Rahmen der transnationalen seriellen Nominierung "Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur 'Modernen Bewegung'" unter der Federführung Frankreichs und 2017 die "Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura". Zudem wurden im Jahr 2017 die "Stätten des Bauhauses in Weimar und Dessau" um die von Hannes Meyer entworfenen Laubganghäuser in Dessau-Törten und die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau erweitert.

Koordinierung in der Kultusministerkonferenz / Tentativliste

Die Ländervorschläge werden im Sekretariat der Kultusministerkonferenz zu einer einheitlichen Liste zusammengeführt. Diese so genannte Tentativliste dient als Grundlage für künftige Nominierungen zum Welterbe. Die aktuelle Tentativliste wurde am 12.06.2014 verabschiedet. Die Entscheidung basiert auf den im Abschlussbericht des Fachbeirats gegebenen Empfehlungen für eine Fortschreibung der Tentativliste.

Turnusmäßig reicht die Kultusministerkonferenz zum Stichtag 1. Februar Vorschläge für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes zur Entscheidung im Folgejahr ein. Am 1. Februar 2017 waren dies der "Jüdische Friedhof Hamburg-Altona" und "Die archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk". Zur Pressemitteilung

Aktuelle Tentativliste

Kulturerbe / Kulturlandschaft

  • Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut (im Evaluierungsverfahren)
  • Die archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk (bereits nominiert)
  • Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona (bereits nominiert)
  • Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg
  • Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
  • Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz
  • Alte Synagoge und Mikwe in Erfurt – Zeugnisse von Alltag, Religion und Stadtgeschichte zwischen Kontinuität und Wandel
  • Alpine und voralpine Wiesen- und Moorlandschaften (Historische Kulturlandschaften im Werdenfelser Land, Ammergau, Staffelseegebiet und Murnauer Moos, Landkreis Garmisch-Partenkirchen)
  • Gebaute Träume – Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwigs II.
  • Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus
  • Montanregion Erzgebirge / Kruśnohoří (zurückgezogen)
  • Die Franckeschen Stiftungen zu Halle: Waisenhaus und Bildungsarchitektur (zurückgezogen)

Transnationale serielle Nominierungen

  • Bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts – Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen
  • Grenzen des Römischen Reiches – Der Niedergermanische Limes / Der Donaulimes in Österreich und Bayern

Erweiterungsanträge im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung

  • Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg – Lutherstätten in Mitteldeutschland (zurückgezogen)

Die Vorschläge, die alljährlich im Rahmen des deutschen Kontingents zur Nominierung für die Welterbeliste anstehen, werden von den für Denkmalpflege zuständigen Länderbehörden über das Sekretariat der Kultusministerkonferenz, das Auswärtige Amt und das UNESCO-Welterbezentrum in Paris dem UNESCO-Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt.

Dokumente und nützliche Links:

Veröffentlichungen und Beschlüsse der Kultusministerkonferenz

Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zur Bindungswirkung des UNESCO-Übereinkommens
zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20.09.2007)

Fortschreibung der deutschen Liste zum UNESCO - Weltkulturerbe
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.06.2014)

Aktuelle Tentativliste deutsch englisch

Abschlussbericht des Fachbeirats

UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt: http://www.unesco.de/infothek/dokumente/uebereinkommen/welterbe-konvention.html

Detaillierte Informationen zu den Unesco-Welterbestätten und zu den deutschen Welterbestätten finden sich auf der Internetseite der UNESCO en.unesco.org und der Deutschen UNESCO-Kommission www.unesco.de/kultur/welterbe.html.