Kultusminister Konferenz

 

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Deutschlands Beitrag zum Welterbe

„Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“

(Henri-Baptiste Gregoir)

Schutz von Welterbestätten ist Aufgabe der gesamten Menschheit

1976 ist die Bundesrepublik Deutschland dem „UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ beigetreten. Das Konzept gründet auf dem Prinzip, dass der Schutz von Kultur- und Naturdenkmälern mit „außergewöhnlichem universellen Wert“ nicht in der Hand einzelner Staaten liegen soll, sondern Aufgabe der gesamten Menschheit ist. In Deutschland koordiniert die Kultusministerkonferenz die Vorschläge der Länder für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt.

Handreichung der Kultusministerkonferenz der Länder zum UNESCO-Welterbe

Deutschland ist ein Staat mit einem hohen Anteil an anerkannten Welterbestätten und trägt eine besondere Verantwortung, auf eine repräsentative, ausgewogene und glaubwürdige Welterbeliste hinzuwirken. Vor diesem Hintergrund hat die Kultusministerkonferenz am 12.10.2017 eine „Handreichung der Kultusministerkonferenz der Länder zum UNESCO-Welterbe" verabschiedet.

Die Handreichung basiert auf den Empfehlungen vom April 2014 des von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe, den Ergebnissen des von der Kultusministerkonferenz mit Kooperationspartnern am 05./06.06.2015 in Leipzig durchgeführten Symposiums „Schritte zur Erzielung der Global Strategy in Deutschland“ und intensiven Beratungen und Diskussionen in den vergangenen Jahren. Ziel des Leitfadens ist es, die Welterbeverfahren transparenter zu machen, Zuständigkeiten darzustellen, Verständnis und Akzeptanz der Welterbekonvention zu stärken und einen Beitrag zur Vernetzung der Akteure zu leisten.

Inzwischen 44 Welterbestätten in Deutschland

Das UNESCO-Welterbekomitee prüft, welche Stätten in die „Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt“ aufgenommen werden können. Seit Juli  2018 sind nunmehr 1.092 Denkmäler in der UNESCO-Liste des Welt- und Kulturerbes verzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland ist mit insgesamt 44 Welterbestätten auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Welterbes vertreten. Zuletzt aufgenommen wurden 2018 der Naumburger Dom sowie "Haithabu und Danewerk - Eine archäologische Grenzlandschaft".

Koordinierung in der Kultusministerkonferenz / Tentativliste

Die Ländervorschläge werden im Sekretariat der Kultusministerkonferenz zu einer einheitlichen Liste zusammengeführt. Diese so genannte Tentativliste dient als Grundlage für künftige Nominierungen zum Welterbe. Die aktuelle Tentativliste wurde am 12.06.2014 verabschiedet. Die Entscheidung basiert auf den im Abschlussbericht des Fachbeirats gegebenen Empfehlungen für eine Fortschreibung der Tentativliste.

Turnusmäßig reicht die Kultusministerkonferenz zum Stichtag 1. Februar Vorschläge für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes zur Entscheidung im Folgejahr ein. Am 1. Februar 2018 waren dies die „Montanregion Erzgebirge / Kruśnohoří“ und „Das Augsburger Wassermanagement-System“. Zur Pressemitteilung

Aktuelle Tentativliste

Kulturerbe / Kulturlandschaft

  • Montanregion Erzgebirge / Kruśnohoří (bereits nominiert)
  • Das Augsburger Wassermanagement-System (bereits nominiert)
  • Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
  • Die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz
  • Alte Synagoge und Mikwe in Erfurt – Zeugnisse von Alltag, Religion und Stadtgeschichte zwischen Kontinuität und Wandel
  • Alpine und voralpine Wiesen- und Moorlandschaften (Historische Kulturlandschaften im Werdenfelser Land, Ammergau, Staffelseegebiet und Murnauer Moos, Landkreis Garmisch-Partenkirchen)
  • Gebaute Träume – Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwigs II.
  • Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus
  • Die Franckeschen Stiftungen zu Halle: Waisenhaus und Bildungsarchitektur (zurückgezogen)
  • Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona (zurückgezogen)

Transnationale serielle Nominierungen

  • Bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts – Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen
  • Grenzen des Römischen Reiches – Der Donaulimes in Österreich und Bayern (bereits nominiert)
  • Grenzen des Römischen Reiches – Der Niedergermanische Limes in den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Erweiterungsanträge im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung

  • Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg – Lutherstätten in Mitteldeutschland (zurückgezogen)

Die Vorschläge, die alljährlich im Rahmen des deutschen Kontingents zur Nominierung für die Welterbeliste anstehen, werden von den für Denkmalpflege zuständigen Länderbehörden über das Sekretariat der Kultusministerkonferenz, das Auswärtige Amt und das UNESCO-Welterbezentrum in Paris dem UNESCO-Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt.

Dokumente und nützliche Links:

Veröffentlichungen und Beschlüsse der Kultusministerkonferenz

Stellungnahme der Kultusministerkonferenz zur Bindungswirkung des UNESCO-Übereinkommens
zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20.09.2007)

Fortschreibung der deutschen Liste zum UNESCO - Weltkulturerbe
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.06.2014)

Aktuelle Tentativliste deutsch englisch

Abschlussbericht des Fachbeirats

Die Handreichung der Kultusministerkonferenz der Länder zum UNESCO-Welterbe stellt die Verfahren bis zur Anerkennung eines Welterbes dar, klärt über Zuständigkeiten auf und will das Verständnis für den Kern der Welterbekonvention stärken. So enthält die Handreichung Merkblätter u.a. zu den Themen: Grundlagen und Verpflichtungen, Schritte auf dem Weg zum Welterbe, Verfahren, Berichtspflichten und andere Formalien oder Vermeidung von und Verhalten in Konflikten. Eine Liste mit Kontakten zu Ansprechpartnern in den Ländern wird halbjährlich aktualisiert.

UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt: www.unesco.de/infothek/dokumente/uebereinkommen/welterbe-konvention.html

Detaillierte Informationen zu den Unesco-Welterbestätten und zu den deutschen Welterbestätten finden sich auf der Internetseite der UNESCO en.unesco.org und der Deutschen UNESCO-Kommission www.unesco.de/kultur/welterbe.html.