Kultusminister Konferenz

 

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Hochschulzugang und Hochschulzulassung, Kapazitäten, Flüchtlinge

Foto: Dominik Fritz / Universtät Bonn

Mit der Qualifizierungsinitiative für Deutschland vom 22.10.2008 haben Bund und Länder bekräftigt, dass alle, die studieren können und wollen, auch eine Studienchance bekommen. Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern ist es, die Studienanfängerquote im Bundesdurchschnitt auf 40 % eines Jahrgangs zu steigern. Die Länder werden zudem die Anzahl der Studienabschlüsse sowie anderer qualifizierender Abschlüsse deutlich erhöhen.

Die bedarfsgerechte Ausweitung bzw. Sicherung der Studienplatzkapazitäten durch den Hochschulpakt 2020 und die bessere Ausschöpfung der vorhandenen Studienplätze durch ein leistungsfähiges Zulassungsmanagement sind dabei wesentliche Maßnahmen.

Mehr Informationen finden Sie im Internetangebot der GWK.
 

Hochschulpakt 2020

Bund und Länder wollen mit dem Hochschulpakt 2020 Impulse für die Zukunftsfähigkeit des Landes geben und einer angesichts der demografischen Entwicklung, der steigenden Bildungsbeteiligung und der doppelten Abiturjahrgänge zunehmenden Zahl von Studienanfängerinnen und Studienanfängern ein qualitativ hochwertiges Hochschulstudium gewährleisten.

Mit Hilfe der von Bund und Ländern bereitgestellten Hochschulpaktmittel in Milliardenhöhe schaffen die Länder die notwendigen Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen und ermöglichen ihnen, eine weitaus höhere Zahl an Studierenden als bisher aufzunehmen. Der bedarfsgerechte Ausbau des Studienangebots trägt dazu bei, auch künftig ausreichend wissenschaftlichen Nachwuchs und hochqualifizierte Fachkräfte in Deutschland auszubilden.

Seit Beginn des Hochschulpaktes wurden bis 2014 mehr als 750.000 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufgenommen. Bund und Länder haben Ende 2014 vereinbart, über die bestehenden Vereinbarungen hinaus bis 2020 Studienangebote für bis zu 760.033 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger bereitzustellen und bis 2023 auszufinanzieren. Sie werden pro zusätzlichem Studienanfänger 26.000 € aufbringen. 10 % der Mittel sollen dabei gezielt dafür eingesetzt werden, mehr Studierende qualitätsgesichert zu einem entsprechenden Abschluss zu führen. Der Hochschulpakt soll zudem dazu genutzt werden, mehr beruflich Qualifizierten den Zugang zu Hochschulen zu eröffnen.

Mehr Informationen finden Sie im Internetangebot der GWK.

Dialogorientiertes Serviceverfahren

Das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) ist ein webbasiertes System, das Bewerbungen und Zulassungen in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen koordiniert.

Hier erfahren sie mehr zum Dialogorientiertes Serviceverfahren.

Hochschulzugang und Hochschulzulassung für Flüchtlinge

Auch im Hochschulbereich gibt es vielfältige Bemühungen, Menschen mit Fluchthintergrund den Zugang zu Bildung zu eröffnen. Dazu gibt es in den Ländern bereits zahlreiche Maßnahmen, zum Beispiel die Bereitstellung von Mitteln für Stipendien oder zahlreiche Programme und Initiativen einzelner Hochschulen bzw. Länder zur Beratung und Orientierung, zur Vorbereitung auf ein Hochschulstudium, zum Spracherwerb und zur Erleichterung des Hochschulzugangs.

Vor diesem Hintergrund koordiniert und begleitet die Hochschulabteilung die Beratungen zu Aspekten, die einer ländergemeinsamen Vorgehensweise bzw. der länderübergreifenden Verständigung bedürfen, um den Herausforderungen, die durch die Zuwanderung von Flüchtlingen entstehen, auch im Hochschulbereich effektiv zu begegnen.

In einem ersten wichtigen Schritt haben sich die Länder mit Beschluss vom 03.12.2015 auf ein gemeinsames Vorgehen in Fällen verständigt, in denen eine Studienbewerberin bzw. ein Studienbewerber fluchtbedingt eine im Heimatland erworbene Hochschulzugangsberechtigung nicht oder nur unvollständig mit Dokumenten nachweisen kann. Zur erleichterten Nachweisführung wird ein dreistufiges Verfahren zur Validierung der Studierfähigkeit eröffnet. Es umfasst die Feststellung der persönlichen Voraussetzungen in Abhängigkeit von näher bestimmten asyl- bzw. aufenthaltsrechtlichen Status, die Plausibilisierung der Bildungsbiographie sowie ein qualitätsgeleitetes Prüfungs- bzw. Feststellungsverfahren. Grundgedanke ist dabei der Ausgleich fluchtbedingter Nachteile.

Die praktische Handhabung in den Ländern war bisher uneinheitlich. Während der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.11.1985 "Hochschulzugang für Studienbewerber, die aus politischen Gründen den Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung im Heimatland nicht erbringen können", der durch den nunmehr gefassten Beschluss vom 03.12.2015 ersetzt wird, nur die Möglichkeit regelte, die Hochschulzugangsberechtigung indirekt nachzuweisen, falls Studieninteressierte aus politischen Gründen gehindert waren, den erforderlichen Vorbildungsnachweis im Original bzw. in beglaubigter Kopie vorzulegen, schärft der nunmehr verabschiedete Beschluss den Kreis der Begünstigten und bietet ein Verfahren auch bei vollständig fehlenden Nachweisen über die behauptete Hochschulzugangsberechtigung an. Er enthält in diesem Zusammenhang ferner Regelungen zur Berücksichtigung indirekter Nachweise, zur Ermittlung einer Durchschnittsnote im Nachweisverfahren sowie zur Studierendenmobilität. Wie bereits in dem früheren Beschluss ist auch hier eine Regelung für Studieninteressierte getroffen, die aus politischen Gründen gehindert waren bzw. noch gehindert sind, an einem geforderten Hochschulaufnahmeverfahren teilzunehmen.

Der Beschluss "Hochschulzugang und Hochschulzulassung für Studienbewerberinnen bzw. Studienbewerber, die fluchtbedingt den Nachweis der im Heimatland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung nicht erbringen können" liegt auch in einer Arbeitsübersetzung in englischer Sprache vor.

Die Kultusministerkonferenz hat ferner über Möglichkeiten beraten, die für die Immatrikulation fälligen Kosten zu reduzieren. Der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.05.2016 "Hochschulzugang und Hochschulzulassung für Flüchtlinge - Möglichkeiten, die für die Immatrikulation fälligen Kosten zu reduzieren" nimmt insbesondere die in den Ländern bestehenden Regelungen in den Blick, welche die Reduzierung öffentlich-rechtlicher Gebühren, Beiträge und Entgelte, die im Zusammenhang mit einem Hochschulbesuch anfallen, dem Grundsatz nach ermöglichen. Die Kultusministerkonferenz hat die Länder vor diesem Hintergrund gebeten, darauf hinzuwirken, dass die Hochschulen von den Möglichkeiten zur Erleichterung der Kosten im Zusammenhang mit der Immatrikulation zugunsten von Bedürftigen unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Flüchtlingen angemessen und unter Wahrung des Gleichheitssatzes Gebrauch machen.

Die Handreichung "Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen" gibt Antworten auf die wesentlichen Fragen im Zusammenhang mit der Integration von Geflüchteten in die Hochschulen. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und Studentenwerken und wurde durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Kultusministerkonferenz, den Deutschen Akademischen Austauschdienst, das Deutsche Studentenwerk und die Hochschulrektorenkonferenz unter Begleitung durch den Sachverständigenrat Deutscher Stiftungen für Integration und Migration erarbeitet.
Zur Handreichung
Zur Beilage

Situation im Masterbereich

Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge im Rahmen der Bologna-Reform entwickelt sich an deutschen Hochschulen weiter positiv. Wie die Kultusministerkonferenz in ihrem Bericht zur Situation im Masterbereich im Wintersemester 2016/2017 festgestellt hat, haben die Universitäten und Fachhochschulen ihr Angebot im Masterbereich auch im vergangenen Jahr bedarfsgerecht ausgeweitet.

Bei einer Gesamtzahl von 7.019 Masterstudiengängen unterliegen mehr als drei Viertel aller Masterstudiengänge keinen Zulassungsbeschränkungen. Der Anteil der unbesetzt gebliebenen Studienplätze ist mit 14,5 % gegenüber dem hohen Niveau der Vorjahre deutlich gesunken.

Bei einer zunehmenden Zahl von Bachelorabsolventen stellen die Universitäten und Fachhochschulen damit nach wie vor ein ausreichendes Angebot an Masterstudienplätzen bereit. Die zunehmende Akzeptanz des Bachelors trägt zu einer besseren Integration der Bachelorabsolventen mit ihrem berufsqualifizierenden Studienabschluss in den Arbeitsmarkt bei. Zugleich haben die Länder und Hochschulen ihre Anstrengungen erhöht und das Angebot an Masterstudiengängen nochmals ausgeweitet. So stehen den Bachelorabsolventen viele Wege zum direkten Start ins Berufsleben oder zur weiteren Qualifizierung an einer Hochschule offen. Die Kultusministerkonferenz wird ihr Augenmerk weiterhin auf die Entwicklung im Masterbereich legen – insbesondere wegen der gestiegenen Studienanfängerzahlen in den Bachelorstudiengängen.